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“Joy in Düsseldorf”

Nun ist es also soweit. Wir ziehen von New York nach Düsseldorf. Genauer gesagt von Rye Brook, einem Ort an der Grenze zu Connecticut, nach Neuss, einem Ort, der Düsseldorf auf der anderen Rheinseite gegenüberliegt. Das ist natürlich eine große Sache und gehört als solche eigentlich nicht hierher. Aber ich will doch von zwei Kleinigkeiten berichten, die mir bei diesem Kraftakt Mut gemacht haben.

Zum einen hat mir der erfrischende Optimismus unserer amerikanischen Freunde geholfen. Als wir ihnen zum ersten Mal von unseren Umzugsplänen erzählten, bedauerten sie es natürlich und betonten, wie sehr sie uns vermissen würden. Sie hielten sich jedoch nicht lange mit weiterem Bedauern auf, sondern meinten gleich, dass Veränderung immer gut sei, “change is always good”. “Naja”, sagte Angela, “das kommt auf die Veränderung an”. Doch genau diese Einschränkung machten unsere Freunde nicht. Für sie war es vielmehr eine Frage der Einstellung. Wenn ein Weg nicht weiterführt, dann betrachten sie ihn nicht als Sackgasse, sondern vor allem als Gelegenheit, neue Wege zu entdecken. Ihr Blick geht immer nach vorne, nicht zurück. Als wir sie z.B. zu unserer Abschiedsfeier einluden, schlug ein Freund vor, statt von einer “farewell party” sollten wir doch lieber von einer “see you soon party” sprechen. Und zur Feier selbst brachten sie einen Kuchen mit, auf dem sozusagen programmatisch “Joy in Düsseldorf” stand. Das ist das Ziel, und darauf sollten wir unsere Energie richten, nicht auf die Dinge, die wir vermissen werden, und auch nicht auf die Umwege, die vielleicht dorthin führen. Diese Lektion gehört vielleicht zu den besten Dingen, die wir aus Amerika zurück nach Deutschland bringen.

Es war natürlich eine andere Frage, ob unsere Kinder das auch so sehen würden. Insbesondere bei Carla, die bald fünf Jahre alt sein wird, hatte ich befürchtet, dass ihr einfach eine Vorstellung davon fehlt, was ihr jetzt bevorsteht. Als wir in Amerika ankamen, war sie gerade ein Jahr alt. Umso überraschter war ich, als sie vor ein paar Tagen, während gerade unsere Sachen eingepackt wurden, mit nebenstehendem Gemälde ankam. Auf den zweiten Blick ist völlig klar, worum es geht. Wir sehen hier die Erde. Auf dem rosa Kontinent links oben befindet sich der Kringel New Yorks, darin der etwas kleinere Kringel Rye Brooks. Dort haben wir also bislang gelebt. Auf dem Weg zu unserem neuen Wohnort müssen wir das blaue Meer in der Mitte überqueren, Düsseldorf ist rechts unten durch ein Zielkreuz markiert. Alles wird gut. Looking forward to the joy in Düsseldorf.


5 Responses

  1. Matthias Daun says:

    Guten Morgen,

    herzlich willkommen in Deutschland und natürlich auch bei Pleon! Ich denke wir brauchen mehr Menschen mit der o.g. Einstellung; daher bin ich gespannt auf die neu zu entdeckenden Wege und Ideen.

    Grüße aus der 2ten
    Matthias

  2. Georg Kolb says:

    Vielen Dank für diesen Willkommensgruß Matthias! Ich glaube, wir werden bald Gelegenheit haben neue Wege auszuprobieren.
    Gruß
    Georg

  3. Der Kuchen als Botschaft. Wunderbar.
    Für neu-Düsseldorfer empfiehlt sich sicher auch die Lektüre eines Artikels, der kürzlich im SZ Magazin erschien ;-))

    http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/24919

    Um Familie Kolb mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Um es mit Jogi Löw zu sagen: die Mannschaft ist gut aufgestellt.

    Joy in Düsseldorf!

  4. Georg Kolb says:

    Vielen Dank Susanne, deine Zuversicht wärmt mich!
    Der Neu-Düsseldorfer liest allerdings nicht das Magazin der Süddeutschen Zeitung – wo kämen wir da hin! -, sondern den Spiegel:

    “Düsseldorf schlägt Sydney

    Hamburg – Da werden sich Kölner die Haare raufen: Erzrivale Düsseldorf ist laut einem Ranking der Unternehmensberatung Mercer die Stadt mit der höchsten Lebensqualität in Deutschland. Weltweit schafft die Stadt am Rhein immerhin Platz 6. An der Spitze trohnt wie schon im Vorjahr Zürich, dann folgen Wien, Genf, Vancouver und Auckland. Hinter sich lässt Düsseldorf München, Frankfurt – und Sydney. Die australische Stadt landet nur auf Platz 10.”

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,558639,00.html

    Liebe Grüße nach München
    und nach Australien 😉
    Georg

  5. […] After a colourful intermezzo moving my family from New York to Germany, I’m back in the game with a long […]

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