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Holiday Season

Holiday Season, das ist in Amerika die Weihnachtszeit. Sie beginnt an Thanksgiving, also am vierten Donnerstag im November, und findet erst jetzt ein zögerliches Ende.

Dabei geht es zunächst um’s Licht: Achtundsiebzigtausend bunte Lämpchen trägt der zentrale Weihnachtsbaum vor dem Rockefeller Center in Manhattan. Manche Kaufhäuser in der City schmücken ihre Fenster derart aufwändig, dass die Leute Schlange stehen, um sie sehen zu können. Aber auch privat feiert der Amerikaner Weihnachten elektrisch: Bäume in Vorgärten, komplett in Lichterketten eingewickelt, nickende Leuchtrehe und aufblasbare Schneemänner, von innen erhellt. Diese Leuchtkultur erstreckt sich bis in den tiefen Süden. In Scottsdale, Arizona, wurde ein dreißigjähriger Diskjockey von seinen Nachbarn verklagt, weil er jeden Abend zwischen neun und elf eine Multimedia-Weihnachtsshow veranstaltet hatte, zu der neben Licht- und Klangeffekten auch Seifenblasen und eine Kunstschneekanone gehörten. Sein Motiv: “cheering people up with Christmas spirit”. Nicht jeder engagiert sich derart. Die meisten begnügen sich mit Kränzen aus Tannenzweigen mit schönen roten Schleifen, die rings ums Haus angebracht werden: an der Einfahrt, über der Tür, an der Laterne, an den Fenstern oder auch auf dem Kühlergrill des SUVs (Sports and Utility Vehicle, sehr beliebt als Zweitwagen für Frauen, im Wesentlichen wie ein Geländewagen, nur länger-breiter-höher).

Ganz wichtig sind sodann die “Sales” und “Rebates”. Die Rabattsysteme haben hier – auch außerhalb der Weihnachtszeit – einen Verfeinerungsgrad, von dem man in der Alten Welt einstweilen nur träumen kann. Aber in der Holiday Season ist die Sublimierung wahrscheinlich am höchsten. Du kannst dabei ungeheuer und vor allem sehr gezielt sparen. Es kann z.B. leicht passieren, dass du nach einem größeren Supermarkteinkauf eine fünf Füße lange Kette von “Coupons” bekommst. Etwa einen Gutschein, der besagt “Buy 2 and get $ 1.00 off any Dexatrim All in One Product”. Oder: “Save $1.00 on two when you buy any TWO 10 OZ. OR LARGER Total Raisin Bran, Whole Grain Total, Total Corn Flakes, Total Protein or Brown Sugar & Oat Total cereals (Excluding Twin Packs)”. Du musst nur ein bisschen aufpassen, weil jeder Gutschein seine eigene Verfallsdauer hat. Besonders beeindruckend finde ich aber die “mail-in rebates”. Das sind Rabatte, die du dann erhälst, wenn du nach deinem Einkauf ein paar Sachen mit der Post verschickst. Sagen wir, du kaufst dir einen Computer, der in der Werbung $ 1500 “after rebates” kostet. Für den bezahlst du im Laden plötzlich $ 1850, kriegst zuerst einen Schreck und dann eine Anleitung, wie du dir die 350 Bucks zurückholen kannst. Mit der Rechnung erhälst du “rebate redemption forms”, also Rabattformulare, auf denen alles draufsteht. Diese Formulare kommen aus dem Rechnungsdrucker, so einem mit schmalem Thermopapier. Deshalb sind die Formulare auch so lang, aber schließlich steht ja auch alles drauf. Z.B. die Adressen der Rabattzentren, an die du deine Formulare schicken musst. $ 100 bekommst du von dem Computerhersteller, $ 100 von der Ladenkette, bei der du gekauft hast, und nochmal $ 150 von derselben Kette, aber unter einer anderen Rabattnummer. Nun machst du Folgendes: Du kopierst die Rechnung dreimal. Das Original schickst du an den Hersteller, zwei Kopien an die beiden anderen Adressen und eine behälst du. Vorsicht: die Rechnung ist länger als eine Kopierseite! (Sag bloss, du hast keinen Kopierer.) Dann suchst und findest du die Seriennummer des Computers und trägst sie auf den Rabattformularen ein, desgleichen die Nummer der Rechnung. Dann suchst und findest du den Barcode der Originalverpackung und schneidest ihn aus. Du musst ihn an den Hersteller schicken. Nun kopierst du alle Rabattformulare für dich (Vorsicht, die sind noch länger als die Rechnung) und den Barcode für die Ladenkette. Du beschriftest drei Umschläge mit den richtigen Adressen, befüllst sie mit dem richtigen Inhalt und tust das, was dir auf den Rabattformularen empfohlen wird: du gehst zur Post und schickst alles per Einschreiben mit Rückschein ab. Nach sechs bis acht Wochen kommt dann von jeder der drei Adressen ein Papierscheck. Du trägst einen nach dem anderen zur Bank, weil sie natürlich nicht gemeinsam kommen, und zack ist der Rabatt ist im Sack! “Sales” sind im Vergleich zu “Rebates” von geradezu grober Einfachheit. An bestimmten Tagen wird einfach alles herabgesetzt. Z.B. am Tag nach Thanksgiving. Damit auch alle hingehen können, machen die Läden schon vor Sonnenaufgang auf. Und alle gehen hin.

Der Pulsschlag der Angebote flacht nach Thanksgiving kurz ab, um dann wieder anzuschwellen, bis zur weihnachtlichen Erlösung. Die Geschenke bringt hier bekanntlich nicht das Christkind, sondern Santa Claus, der Weihnachtsmann. Santa rutscht in der Nacht vom 24. durch den Kamin und steckt die Geschenke in große Socken, die zu diesem Zweck am Kaminsims befestigt und dort am Morgen des 25. gefüllt vorgefunden werden. Das ist gut für die Kinder, weil sie nach der Bescherung nicht ins Bett gehen müssen, sondern spielen dürfen. Und es ist gut für die Eltern, weil sie Weihnachten dann nicht verschlafen. Santas Arbeit wird in vielen wunderbaren Weihnachtsliedern besungen, aber eines liegt mir besonders am Herzen: Santa Baby. Nur gültig in der Originalversion von Eartha Kitt, von der ihr hier eine Probe hören könnt:

Santa Baby

written by J. Javits and P. Springer

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Santa baby, slip a sable under the tree, for me
I’ve been an awful good girl
Santa baby, and hurry down the chimney tonight

Santa baby, a 54 convertible too, light blue
I’ll wait up for you dear
Santa baby, and hurry down the chimney tonight

Think of all the fun I’ve missed
Think of all the fellas that I haven’t kissed
Next year I could be oh so good
If you’d check off my Christmas list
Boo doo bee doo

Santa honey, I wanna yacht and really that’s
Not a lot
I’ve been an angel all year
Santa baby, and hurry down the chimney tonight

Santa cutie, there’s one thing I really do need, the deed
To a platinum mine
Santa cutie, and hurry down the chimney tonight

Santa baby, I’m filling my stocking with a duplex, and checks
Sign your ‘X’ on the line
Santa baby, and hurry down the chimney tonight

Come and trim my Christmas tree
With some decorations bought at Tiffany’s
I really do believe in you
Let’s see if you believe in me
Boo doo bee doo

Santa baby, forgot to mention one little thing, a ring
I don’t mean a phone
Santa baby, and hurry down the chimney tonight

Hurry down the chimney tonight
Hurry down the chimney tonight

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Nach dem Fest gibt es noch einmal tolle Sales “to get what you really want”, dann hast du alles, was du für ein richtig gutes, Neues Jahr brauchst – und noch mehr.



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